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Qualzuchten: Der Mops ist nur die Spitze des Eisbergs
Der Mops ist nur das bekannteste Beispiel, doch Qualzucht betrifft weit mehr Hunde. Von Extremformen bis zu „bunten“ Modefarben: warum Trends krank machen und Verantwortung gefragt ist.
Wenn über Qualzucht gesprochen wird, fallen meist zuerst Namen wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldogge. Sie stehen sinnbildlich für Atemnot, übergroße Augen und einen Körperbau, der kaum noch natürliche Bewegung zulässt. Doch diese bekannten Beispiele verdecken ein größeres Problem: Qualzucht ist kein Randphänomen einzelner Rassen, sondern das Ergebnis gezielter Zucht auf extreme Merkmale – oft getrieben von Mode, Trends und dem Wunsch nach dem „Besonderen“.Was bedeutet Qualzucht?
Von Qualzucht spricht man, wenn Tiere so gezüchtet werden, dass ihre körperlichen Eigenschaften regelmäßig zu Schmerzen, Leiden oder dauerhaften Einschränkungen führen. Entscheidend ist dabei nicht der Einzelfall, sondern das systematische Risiko. Atemprobleme durch zu kurze Nasen, Bewegungsstörungen durch extreme Körperformen, chronische Hautentzündungen durch tiefe Falten oder Augenprobleme durch zu große, ungeschützte Augenhöhlen sind keine Zufälle, sondern vorhersehbare Folgen bestimmter Zuchtziele.
Der „bunte Hund“: Wenn Mode krank macht
In den letzten Jahren rücken neben Körperformen zunehmend auch Fellfarben in den Fokus der Kritik. Seltene, „exklusive“ Farben gelten als Verkaufsargument. Besonders in sozialen Medien sind beispielsweise „blaue“ Hunde und selten vorkommende Fellfarben besonders gefragt.
Doch nicht jede attraktive Farbe ist harmlos. Manche sind eng mit genetischen Defekten verknüpft. Zu diesen problematischen Farbvarianten gehören sogenannte Dilute-Farben wie Blau, Isabell oder Silber. Auch Doppelverpaarungen des Merle-Gens sowie extreme Weißzuchten gelten als kritisch, da sie mit einem erhöhten Risiko für Taubheit, Sehschäden und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen verbunden sein können.
Dilute-Farben und CDA – ein oft unterschätztes Problem
Dilute-Farben entstehen durch eine genetische Verdünnung der eigentlichen Fellfarbe. Bei betroffenen Hunden kann diese Genveränderung zur sogenannten Color Dilution Alopecia (CDA) führen. Dabei kommt es zu Haarbruch, schütterem Fell oder komplettem Haarausfall, häufig begleitet von schmerzhaften Hautentzündungen, Juckreiz und immer wiederkehrenden Infektionen.
CDA ist keine kosmetische Eigenheit, sondern eine chronische Erkrankung, die lebenslange Pflege und tierärztliche Behandlung notwendig machen kann. Betroffen sind unter anderem Dobermänner, Französische Bulldoggen, Staffordshire-Typen, Whippets und zunehmend auch Dackel.
Vor allem sogenannte amerikanische Dackel mit auffälliger „bunter“ Farbvielfalt gewinnen auch hierzulande an Beliebtheit. Welche Unterschiede es zwischen den im FCI anerkannten Farben des Deutschen Dackels und den beim amerikanischen Dackel verbreiteten Farbschlägen gibt und welche gesundheitlichen Risiken damit einhergehen können, erläutert ein ausführlicher Hintergrundartikel auf hunde.plus.
Reaktionen von Gesetzgebern und Verbänden
In einigen Ländern und auch in Deutschland gibt es erste Schritte: Anpassungen im Tierschutzgesetz, Leitlinien zur Auslegung des Qualzuchtparagraphen und einzelne Zuchtverbände, die extreme Merkmale oder bestimmte Farbschläge einschränken. Doch diese Prozesse sind langsam. Während diskutiert und reguliert wird, kommen weiterhin Hunde zur Welt, deren Leiden vorhersehbar und vermeidbar ist – und damit menschengemacht.
Verantwortung beginnt vor dem Kauf
Qualzucht ist kein Naturereignis. Sie entsteht, weil bestimmte Merkmale gefragt sind. Züchter tragen Verantwortung, ebenso Verbände und der Gesetzgeber. Doch auch Käuferinnen und Käufer entscheiden mit jeder Nachfrage, was gezüchtet wird. Wer sich für extreme Körperformen oder „seltene“ Farben entscheidet, fördert genau die Entwicklungen, die später als Tierschutzproblem beklagt werden.
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