• HanseWerk: Klimaschutz konkret-Erste SF6-freie, gasisolierte Clean-Air Hochspannungs-Schaltanlage bei SH Netz

    HanseWerk-Tochter SH Netz erneuert Umspannwerk Ahrensburg-Nord mit klimafreundlicher Technik – 9,3 Millionen Euro Investition für die Anlagenmodernisierung.

    BildAls einer der ersten Netzbetreiber in Deutschland setzt HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) zukünftig auf eine SF6-freie, gasisolierte Clean-Air Hochspannungs-Schaltanlage. Der Vorteil der neuen klimafreundlichen Technologie: Das bislang in solchen Anlagen zur Isolierung eingesetzte Schwefelhexafluorid (SF6) wird nicht mehr benötigt. Laut Umweltbundesamt ist SF6 das stärkste Treibhausgas der Welt: Es ist etwa 23.500-mal so schädlich wie CO2 und hat eine Verweildauer in der Atmosphäre von 3.200 Jahren. Allerdings ist das Gas bislang aufgrund seiner Eigenschaften der Stand der Technik zur Isolation von Leistungsschaltern in der Elektrizitätsversorgung.

    „Schleswig-Holstein Netz ist mit der SF6-freien, gasisolierten Clean-Air Hochspannungs-Schaltanlage Vorreiter. Ich hoffe, dass wir durch dieses starke Signal für den Klimaschutz weitere Netzbetreiber ermutigen, diesen Schritt zu gehen“, sagt Benjamin Merkt, Vorstand Netztechnik bei SH Netz, Teil der HanseWerk-Gruppe.

    Das Umspannwerk Ahrensburg-Nord versorgt die Stadt Ahrensburg und die umliegenden Gemeinden mit Strom. Darüber hinaus nimmt es immer mehr regenerativen Strom auf und ist an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. SH Netz, Tochterunternehmen von HanseWerk, investiert jetzt 9,3 Millionen Euro in die grundlegende Modernisierung des rundum eng bebauten Umspannwerks im Stadtgebiet.

    Im Umspannwerk Ahrensburg-Nord befindet sich momentan noch eine konventionelle luftisolierte Hochspannungsschaltanlage ohne SF6. Aufgrund des fehlenden Platzes kommt ein Ersatzneubau in bisheriger Bauweise jedoch nicht in Frage. Daher wurde als Ersatz eine gasisolierte Schaltanlage geplant, die deutlich weniger Platz einnimmt. „Konventionelle gasisolierte Schaltanlagen sind üblicherweise aber mit dem hoch klimaschädlichen Isoliergas SF6 versehen“, erläutert Projektkoordinator Steffen Rathje. „Das wollten wir vermeiden und setzen daher auf die neue Technologie von Siemens Energy.“

    Die neue Schaltanlage, die 8VN1 Blue GIS von Siemens Energy, nutzt Vakuumschalter für die Schaltfunktion sowie ,Clean Air‘ (industriell gereinigte Luft) als Isolationsmedium. ,Clean Air‘ ist eine Mischung aus 80 Prozent Stickstoff und 20 Prozent Sauerstoff und hat keinerlei schädlichen Einfluss auf das Klima. Im Vergleich zu der SF6Schaltanlage ist die Anschaffung der Clean-Air Schaltanlage aktuell teuer. In der Gesamtkostenbetrachtung über die gesamte Lebensdauer liegen die Vorteile der Clean-Air Schaltanlage neben dem Vorteil beim Klimaschutz in den geringeren Betriebs- und Wartungskosten. Für die neue SF6-freie Schaltanlage wird zudem ein neues Betriebsgebäude entwickelt.

    Die Arbeiten im Umspannwerk Ahrensburg-Nord haben Mitte 2022 begonnen und werden voraussichtlich bis Anfang 2024 dauern. Die SF6-freie Schaltanlage wird derzeit im Werk Berlin bei Siemens Energy gefertigt. Die Anlieferung im Umspannwerk Ahrensburg-Nord ist für Ende dieses Jahres geplant, die Inbetriebnahme soll Anfang 2024 erfolgen.

    Die Schleswig-Holstein Netz AG

    Die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Über 450 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 26 Standorten in Schleswig-Holstein.

    SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.

    Bis 2030 wird SH Netz klimaneutral sein: Dazu wird sie sämtliche Standorte, ihre mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen bis 2030 klimaneutral stellen. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel den SH Netz Cup in Rendsburg, das härteste Ruderrennen der Welt.

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    Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

    Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren mehrere zehntausend Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungsprojekten zur Energiewende, wie zum Beispiel im Norddeutschen Reallabor. Bis 2030 wird die HanseWerk-Gruppe klimaneutral sein: Dazu werden ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, der Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung bis 2030 klimaneutral gestellt.

    Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie mehr als 450 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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